28. Apr. 2026 · 4 Min. Lesezeit · Barbara Lüthi

Eventfotografie: Scharfe Bilder bei wenig Licht – Meine Tipps für Indoor-Events

Eventfotografie: Scharfe Bilder bei wenig Licht – Meine Tipps für Indoor-Events

Eventfotografie besonders indoor ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen in der Fotografie. Schlechtes Licht, sich bewegende Personen, und der Anspruch, Redner scharf und ausdrucksstark einzufangen. In diesem Beitrag teile ich meine Erfahrungen und Einstellungen, die ich bei Firmenanlässen, Konferenzen und Events einsetze.

Mein Equipment für Indoor-Events

Ich arbeite mit zwei Kameras gleichzeitig, um flexibel zu sein:

  • Canon R6 Mark II – meine Hauptkamera für Bewegung und schwieriges Licht
  • Canon R5 Mark II – für hochauflösende Details und Bühnenaufnahmen
  • Canon 35mm 1.8 – perfekt für Nähe und atmosphärische Aufnahmen
  • Canon 24-105mm – der Allrounder für flexible Brennweiten
  • Canon 70-200mm – unverzichtbar für Redner aus der Distanz

Das grösste Problem: Zu wenig Licht

Indoor-Events bedeuten fast immer: zu wenig Licht. Bühnenbeleuchtung ist oft ungleichmässig, Saallicht zu schwach, und Blitz ist in den meisten Situationen nicht erwünscht oder störend.

Die Lösung liegt in der richtigen Balance zwischen ISO, Blende und Verschlusszeit.

Meine Grundeinstellungen für Redner

Verschlusszeit: Mindestens 1/250s – so friere ich Bewegungen ein und vermeide Verwackler, auch wenn der Redner die Hände bewegt oder sich dreht.

Blende: So offen wie möglich – beim 35mm 1.8 arbeite ich oft mit f/2.0 bis f/2.5, beim 70-200mm mit f/2.8. Offen bedeutet mehr Licht auf den Sensor und schönes Bokeh im Hintergrund.

ISO: Hier ist der Schlüssel. Die Canon R6 Mark II und R5 Mark II sind beide hervorragend bei hohen ISO-Werten. Ich gehe problemlos bis ISO 3200–6400 – bei diesen Kameras bleibt das Rauschen sehr gut kontrollierbar. Im Notfall auch bis ISO 12800, dann aber in der Nachbearbeitung mit Lightroom entrauschen.

Welches Objektiv für welche Situation?

35mm 1.8 – ideal wenn ich nah am Geschehen bin, zum Beispiel bei Networking-Situationen oder Gruppenaufnahmen. Die grosse Offenblende lässt viel Licht rein und erzeugt eine tolle Tiefenschärfe.

24-105mm – mein Allrounder. Bei 24mm erfasse ich den ganzen Saal, bei 105mm kann ich Redner schon gut heranzoomen. Ideal wenn ich nicht weiss was als nächstes kommt.

70-200mm 2.8 – das Arbeitstier für Redner auf der Bühne. Ich stehe hinten im Saal und hole die Person trotzdem gross ins Bild. Bei f/2.8 habe ich genug Licht und der Hintergrund löst sich wunderbar auf.

Tipps für scharfe Redner-Aufnahmen

Eye-AF nutzen: Beide Kameras haben einen hervorragenden Augen-Autofokus. Ich stelle ihn immer ein und lasse die Kamera das Auge des Redners verfolgen – so bleibt der Fokus auch bei Bewegung perfekt auf dem Gesicht.

Serienbilder machen: Gerade bei Rednern die viel gestikulieren oder sich bewegen, mache ich kurze Serien von 3–5 Bildern. So erwische ich garantiert den perfekten Moment mit natürlichem Ausdruck.

Auf den Mund achten: Nichts ist schlimmer als ein Foto wo der Mund des Redners halb offen ist und seltsam aussieht. Ich warte auf den Moment wo der Mund geschlossen ist oder einen natürlichen Ausdruck zeigt.

Hintergrund im Blick behalten: Auch wenn der Fokus auf dem Redner liegt – ein störendes Element im Hintergrund kann das Bild ruinieren. Ich achte immer darauf dass keine Lichtquellen direkt hinter dem Kopf sind.

Nachbearbeitung

Ich fotografiere immer in RAW. Das gibt mir maximale Flexibilität in Lightroom:

  • Rauschen reduzieren – besonders bei hohen ISO-Werten
  • Weissabgleich korrigieren – Kunstlicht wirft oft einen Gelbstich
  • Kontrast und Klarheit leicht erhöhen für Präsenz
  • Hauttöne sanft anpassen

Fazit

Indoor-Eventfotografie ist eine Frage der richtigen Einstellungen und etwas Übung. Mit der Canon R6 Mark II und R5 Mark II habe ich zwei Kameras die auch bei schwierigem Licht zuverlässig liefern. Das 70-200mm ist für Redner unverzichtbar, das 35mm 1.8 für die atmosphärischen Momente dazwischen.

Habt ihr Fragen zu eurer nächsten Eventfotografie? Schreibt uns – wir helfen euch gerne weiter!

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